Luther, die schwarze Null und Flüchtlinge: FAS-Interview mit Wolfgang Schäuble

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeiten ist am 21. Mai 2017 ein langes Interview von Ralph Bollmann und Georg Meck mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erschienen. Es geht um den Glauben, aktuelle Fragen der Politik sowie das Verhältnis von Geld und Religion.

Schäuble berichtet, wie er sozialisiert wurde, und dass sein (katholischer) Vater exkommuniziert wurde, weil er seine Kinder evangelisch erziehen ließ. Er spricht über seine „Bibelarbeit“ auf dem anstehenden Kirchentag, wo er sich das Gleichnis des Zöllners ausgesucht hat.

Wolfgang Schäuble wird gefragt, wie er zum Verhältnis der Kirche zum Kapitalismus steht. „Der Tanz ums goldene Kalb ist eine Verirrung, vor der man gar nicht genug warnen kann“, sagt Schäuble. „Da treffen sich Martin Luther und Ludwig Erhardt.“

Spannend und eine Diskussion wert: Der CDU-Politiker warnt vor einer zu politischen Kirche. Zwar habe er Verständnis dafür, dass sich die Kirche in die „Fragen des menschlichen Lebens“ einmische. „In weltlichen Fragen hat sie aber nicht das Monopol auf die Wahrheit“, sagt Schäuble. Die Kirche müsse aufpassen, „nicht nur im Mainstream der Political Correctness mit größter Betroffenheit“ zu agieren – und nennt als Beispiel die Position der Kirche zu Flüchtlingsfragen.

Nicht nur das, auch andere Passagen sind durchaus streitbar. „Die schwarze Null würde Luther vermutlich gefallen“, mutmaßt Schäuble.

Wer das Interview lesen möchte, kann die Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hier bestellen.

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