Zweifel, der Antrieb des Geistes

Glaube und Zweifel: Die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ widmet sich mit mehreren Geschichten dem Thema „Du sollst ruhig zweifeln!“. Die Artikelstrecke ist die Titelgeschichte des Magazins, mit einem zweifelnden Jesus auf dem Cover.

Die Zeit vom 17. Mai 2018

In der Rubrik „Glauben und Zweifeln“ findet der Leser eine Aufmachergeschichte von Evelyn Finger, die aufzeigt, dass Zweifel, Glaube und Gott zusammengehören. Sie bedauert, dass der schon in der Bibel angelegte „Widerspruchsgeist“ in aktuellen Glaubensdebatten zu kurz kommt. Finger betont den Wert des Zweifels – und der Glaubenskritik. Weder Religion noch Religionskritik dürfe ihre Wahrheit verabsolutieren.

Eine weitere Strecke der Titelgeschichte lässt acht Menschen zu Wort kommen, die die Frage beantworten: „Und woran zweifeln Sie so?“. Anselm Grün, Julia Klöckner, Gotthold Hasenhüttl und Ali Ertan Toprak sind vier der sehr unterschiedlichen Personen, die darlegen, welchen Wert Zweifel für sie hat.

Ein absolut lesenswerter Text (für mich das Highlight) ist der des Philosophen Wilhelm Schmid. Unter dem Titel „Man kann auch weltlich glauben“, leitet er her, wie er sich „säkulare Religiosität“ vorstellt. Das ist komplex, sicher auch für manch Gläubigen eine Zumutung, aber auf jeden Fall hochspannend. Schmid beschreibt, warum aus seiner Sicht alle Menschen religiös sind. Was liegt allem zugrunde? Für ihn ist Religion „eine allgemein menschliche Angelegenheit, kein Besitztum einer Religionsgemeinschaft“.

„Die Zeit“ vom 17. Mai (Nr. 21) kostet 5,10 am Kiosk, die Texte sind auch online für Abonnenten lesbar. Der letzte Text des Philosophen ist auch für Nicht-Abonnenten lesbar – allerdings nur für angemeldete Leser (klicken Sie hier) .

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